Gezielte Übungen führen in den Prozess

 

Boal geht beim Begriff „Theater“ von wenigsten zwei Menschen in einem Raum (Bühne) aus, die in ihren Gefühlen, Handlungen, Bewegungen aufeinander bezogen sind. In seiner Definition orientiert sich Boal dabei an Lope de Vega:

„Für ihn basiert Theater auf dem Gegenüber von zwei Menschen, einer Leidenschaft und einer „Plattform“ (der Bühne) oder anders gesagt: Theater beinhaltet die leidenschaftliche Auseinandersetzung zweier Menschen auf der Bühne“

 

 

Aus dieser Sichtweise erschließen sich für das Theater von Boal drei typische Punkte:

  • Theater ist dichotomisch: Die reale und die ästhetische Dimension des Theaters sind wechselseitig aufeinander bezogen.
  • Theater ist plastisch: Die Beteiligten setzen die Darstellung konnotativ um; sie ‚formen’ sie unter Ausschöpfung ihrer subjektiven Geschichte und Erfahrungen.
  • Theater ist telemikroskopisch: Die Ferne kann nah heran geholt werden; Unscheinbares und Verborgenes kann vergrößert dargestellt werden“.

Auf der Grundlage eines solchen Theaterverständnisses hat Boal die verschiedenen Methoden zum Theater der Unterdrückten entwickelt bzw. entdeckt. Weitere Ziele und Prinzipien des Boalschen Konzeptes sind Selbstbestimmung und eigenverantwortliches Handeln und die Notwendigkeit Wirklichkeitsnähe aus Betroffenheit herzustellen, damit solidarisches Handeln folgen kann. Als Motor für das (Theater-)Spielen sieht Boal Leidenschaft als notwendige Vorraussetzung, die sich aus dem Spiel selbst ergibt. Denn Theater kann in sich nicht oberflächlich sein, da das Handeln für den Akteur immer mit einem für ihn bedeutsamen Gefühl verbunden ist.

Ausgewählte Methoden sind:

  • Warm-ups
  • Statuentheater und Forumtheater
  • Introspektive Techniken
  • Improvisationtheater
  • Erzähltheater
  • Playbacktheater
  • themenorientiertes Theater
  • Seminartheater
  • Mitmachtheater